Für viele Simmeringer ist die Adler Apotheke das Zentrum der Gesundheit in ihrem Grätzel. Für Hannes Hrovat und Renate Wieser, die sie seit 2010 leiten, ist sie vor allem eines: Lebensmittelpunkt.

Hannes Hrovat: Ich hänge sehr an dieser Apotheke.­­ Das Gebäude ist ein Erbstück meiner Mutter und ich bin glücklich, dass wir diese Tradition weiterführen. Wir haben immer noch einen richtigen Familienbetrieb hier und das macht die gute Atmosphäre bei uns aus.

Renate Wieser: Wir arbeiten hier und wohnen auch im Haus. Unsere Kinder laufen oft ins Geschäft, so dass unsere Kunden auch ein bisschen von unserem Privatleben mitbekommen. Im Sommer sitzen unsere Mitarbeiter zum Mittagessen unter dem Baum im Garten. Familie, Beruf, die Menschen, die hier arbeiten – alles gehört für uns zusammen. 

Wir sind ein richtiger Familienbetrieb, das macht die gute Atmosphäre aus.

Wie sehen Sie Ihre Rolle hier im Grätzel? 

Hannes Hrovat: Fast alle unsere Kunden sind Stammkunden und wir kennen die meisten persönlich. Unsere Mitarbeiter sind bekannt für ihre Freundlichkeit, darauf bin ich sehr stolz. Wir nehmen uns Zeit und hören zu, denn es ist uns wichtig, dass man sich bei uns gut aufgehoben fühlt.  

Renate Wieser: Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und wir sind dafür da, sie zu bewahren. Wir wollen nicht nur Krankheiten heilen, sondern auch die Gesundheit pflegen, das Wohlbefinden verbessern, uns um Vorsorge kümmern. Beauty und Wellness werden bei uns auch ganz groß geschrieben. 

Wie können wir uns Ihre  Zusammenarbeit vorstellen?

Renate Wieser: Es ist natürlich ein Balanceakt. Aber es funktioniert, weil wir beide unsere Bereiche haben und einander freie Hand lassen. Ich bin nicht so sehr im operativen Geschäft, sondern sehe mich als kreativen Kopf im Hintergrund.  
Meine Bereiche sind Marketing, Einkauf und die Planung von Aktivitäten. Hannes vertraut mir voll und lässt mich machen, aber natürlich sprechen wir alles ab.  

Hannes Hrovat: Ich bin für die Betreuung unserer Kunden zuständig. Am meisten freu’ ich mich, wenn die Kunden kommen und dann wieder rausgehen und sagen: So, der Apotheker hat mir heute geholfen. Mich macht es glücklich, wenn meine Kunden glücklich sind und ich ihnen helfen konnte.  

Renate Wieser: Dir ist auch das Blödeln wichtig, das Schmähführen. Du bist auch kein typischer Apotheker, so wie deine Familie auch keine typische Apothekerfamilie ist. 

Hannes Hrovat: Das stimmt! Wir haben alle ein bisserl einen Vogel! Ich liebe Schauspielen und schreibe Theater­stücke. Mein Bruder leitet die Kurapotheke in Bad Ischl, wo – natürlich vor seiner Zeit – Kaiser Franz Josef, seine Sisi und Franz Léhar ein und aus gingen. Mein Cousin ist ebenfalls Apotheker, ihm gehört die „Apotheke im Baumhaus“ in Bad Goisern. Er ist auch ein unkonventioneller Typ, er röstet dort selbst Kaffee. 

Renate Wieser: Du bist natürlich ein Vollblutapotheker und da hineingewachsen, weil beide Elternteile Apotheker waren. Bei mir war es etwas anders: Ich hatte einen Lehrer, dessen Sohn Apotheker war und der oft von ihm erzählt hat. Das hat mir dieses Berufsbild schmackhaft gemacht und deshalb habe ich eine Lehre gemacht. Mit 15 Jahren bin ich aus der Schneeberggegend nach Wien gekommen und seitdem bin ich hier. 

Wo sehen Sie die Zukunft  des Apothekerhandwerks? 

Renate Wieser: Ich bin mir sicher, dass der Apothekerberuf weiterhin einen hohen Stellenwert haben wird. Obwohl sich mehr und mehr Menschen über Symptome im Internet informieren – und oft dabei in Panik geraten – ist es dann doch wieder der Apotheker, an den sie sich wenden. 

Hannes Hrovat: Unsere Kunden schätzen die individuelle Beratung und den persönlichen Kontakt sehr. Gerade weil es um die Gesundheit geht.  Trotz aller technischen Entwicklungen sehe ich hier unsere Zukunft. 

Renate Wieser: Da die Zeit nicht stehen bleibt, müssen wir uns als Unternehmen ständig weiterentwickeln. Im letzten Jahr haben wir intensiv an einem Webshop gearbeitet, der seit November online ist. Hier können vor allem unsere beliebten Eigenmarken bestellt werden. Alle Produkte sind vorwiegend aus Österreichischer Produktion und von bester Qualität.

Herr Hrovat, was war die erste Arznei,  die Sie hergestellt haben?

Hannes Hrovat: Das war eine Creme für meinen Vater, glaube ich, als ich noch ein kleiner Bub war. Ich habe eine Salbengrundlage genommen und ein wenig ätherisches Öl hineingemischt. Die habe ich ihm dann auf den Ellenbogen geschmiert,  damit der Papa bald wieder gesund wird. 

Und, hat es geklappt? 

Hannes Hrovat: Ja, es hat geklappt. Das waren meine Wurzeln. Dadurch habe ich das Interesse am Apothekerberuf entdeckt. Das Ergebnis sieht man ja!